nats/ June 20, 2020/ eastside stories

Ein kleine Wanderung den Berg rauf, teilweise kraxelnd und immer auf die vier ominösen Öffnungen zu

Das faszinierende an Vis ist zum einen die Natur, von deren Wohlbefinden allein schon die vielen Schmetterlinge und Bienen zeugen; es ist der ökologische Anbau von Weintrauben und Olivenbäumen sowie die unzähligen versteckten Buchten und vielen umliegenden Inselchen. Aber auch die militärische Vergangenheit stellt ein besonderes Kuriosum da: Es gibt eine verwunschene Unterwelt von Vis!

An vielen Stellen hat die Insel ganze Tunnelsystem, die in der Zeit der jugoslawischen Armee in die Berge gegraben und ausgebaut wurde. Auch oberirdische Kasernen gibt es allerorts – doch nichts Ersichtliches kann so spannend sein wie das Versteckte. Wir haben wohl mittlerweile alle diese unbeleuchteten, stock dusteren Tunnel entdeckt und nahezu vollständig erwandert. Aber an manchen Orten dauert es doch schon mal länger, bis man sich überall hinein wagt…

Rein, rauf, runter, raus!

Als wir nun das zweite Mal zu unserer uns nächstgelegen Tunnelanlage den Berg hinaufkraxelten, wollten wir uns diese nochmal genauer anschauen. Diese Gänge hatten mir im Gegensatz zu den meisten anderen schon beim ersten Mal ein wenig Angst eingejagt, jetzt war ich aber vorbereitet und dachte zu wissen, was mir blühte.

Das Gänge-Geflecht entpuppte sich als viel größer als gedacht und ging tiefer in den Berg rein. Wir kamen ganz hinten sogar in an eine Art Höhle, die gar nicht mehr ausgebaut war. Ging es etwa noch weiter in den Berg hinein…?? Kurz vor der dahin führenden Eisentür ging wiederum eine endlose Leiter hoch. Mein Mann war neugierig. Der von Natur aus entdeckungsfreudige Klettermax begann die Sprossen hoch zu steigen. Von diesem aufsteigendem Schacht ging mittendrin scheinbar eine weitere Tür ab.

Ich hatte schon vorher ein seltsam wummerndes Geräusch gehört – was mir nun bewusst wurde als ich alleine zurückzubleiben droht. Auch erkannte ich, dass, wenn er da jetzt so über mir in der Wand verschwand, ich somit alleine am Fuße einer Leiter stand und mich fünf Öffnungen umgaben, aus der Dunkelheit ragte.

Ich bat ihn sofort zurück zu kommen. Mich erschlich ein seltsames Unwohlsein. Der wackere Hobby-Entdecker war gerade dabei durch die ominöse Tür zu gehen, da geriet ich in Panik. Ich schrie. Es hallte im Tunnelsystem. Dann das Wummern. Im Strahl der Taschenlampe sah ich dann die Ursache. Batman? Flughunde? Fledermäuse? Aaaah… Ich duckte mich, aber die fliegenden Objekte drehten ab und blieben im Schacht.

Mein Mann musste runter klettern und seine hysterische Frau beruhigen. Fassungslos blickte er mich an, er konnte nicht glauben, dass ich so eine Angst hatte und derart in Panik geriet. Ich blickte ihn an und musst ihm zu verstehen geben, dass es bestimmt seine Schuld ist. 😉 ER gucke ja gerne die komischen Filme in den Zombis oder Vamipre oder Geister oder Dämonen aus der Dunkelheit gesprungen kommen! Und was passiert da mit jenen die zurückbleiben und warten? Genau: Die erwischt es immer! 😉

Dieses Tunnelsystem ist größer als die meisten anderen auf Vis und hat noch viele Eisenzwischentüren – was irgendwie auch gruselig ist, was ist, wenn die mal zufallen…?!?