nats/ June 7, 2020/ eastside stories

Hach, was hab ich in den letzten Jahren meine tägliche Auszeit mit Yoga schätzen gelernt. Manchmal sind es nur 15 Minuten, die ich es auf die Matte schaffe, aber selbst dieses nur wenige Dehnen und auf sich sowie die Atmung konzentrieren ist dann ein überaus wertvolles und energetisierende Erlebnis. Man macht es ja für sich! So sagt es dann auch schon mal meine (online) Yoga-Lehrerin: “Bedanke dich bei dir selbst, dass du dir heute Zeit für diese Yoga-Einheit genommen hast!” Ich nicke dann nur schmunzelnd, aber sehr zustimmend 😉

Jedoch scheint all das so ein Insel-Ding zu sein, gelingt mir die nötige Regelmäßigkeit doch nur auf den von mir bewohnten Eiländern. Sobald ich den Fuß auf deutschen Boden setze, ändert sich mein Zeitmanagement – und mit ihm auch schon bald mein Muskeltonus. Man könnte auch sagen, ich versteife zunehmend, zunehmend schnell. Man könnte genauso sagen, meine Energie fließt dann anderes.

Nun bin ich also schon wieder drei Wochen auf Vis und voll im Fluss. Jeden Morgen geht es auf die Matte. Ich begrüße den Tag und die Welt. Meine Bein-Rückseiten sind mittlerweile schon wieder super gestreckt, meine Nackenmuskulatur so gut wie locker. Manchmal springen Katzen um mich herum, die in mir allerdings ob ihrer Biegsamkeit und ihrer Dehnungsfähigkeit Neid erzeugen. An deren langgezogenen Rücken im herabschauenden Hund werde ich nie dran kommen und auch beim Katze-Kuh-Wechsel bin ich im Katzenbuckel nur Lehrling, meine beiden Miezen Spotty und Sausage meine Meister.

Und so komme ich so langsam wieder in der Energie-Fluss, mache im Tageswechsel Power-Yoga und entspannende Einheiten und freue mich, wenn meine Yoga-Lehrerin mir ab und an am Ende der Einheit vorwitzig versichert: Du bist ein Geschenk für die Welt! Nun ja, Geschenk ist ja sicher auch ein recht “dehnbarer” Begriff…