Nats/ June 28, 2021/ an eastside story

Hey, es ist sicher nicht mehr weit..!” “Sind wir denn gleich da….?” “Ist es jetzt noch weit…?!

Nun, unsere Wanderung zur “Königinnen Höhle” wurde dann doch ein kleines Abenteur. Ein einziges Mal hatten wir in den letzten Jahren die Tropfsteinhöhle im Norden von Vis besucht. Zu weit war in meiner Erinnerung der Weg zu diesem besonderen Naturschauspiel für nur einen kleinen Spaziergang am Nachmittag. 😉 Ich rief mir den schmalen Weg in Erinnerung und all die Spinnen, die unseren Weg damals mit ihrem Gewebtem kreuzten…es zog sich, ich meinte es wäre so ein Stündchen gewesen…

Mein damaliger Wandergeselle erzählte unserem uns diesmal begleitenden Pärchen, dass es eine gute halbe Stunde zu laufen gäbe – und beim letzten Mal die achtbeinigen Insekten das langsamere Vorankommen verursachten. Wir hatten diesmal auch wieder so manches Netz – oft auch mit seinem wackeren Weber bestückt – zu durchbrechen. Diesmal schien der schmale, steinige Grat zudem enger und gar undurchlässiger, die Büsche hatten wie wild gewuchert, spreizten ihre kratzigen Ästchen aus, als wollten sie uns das Weiterkommen erschweren. Es war keine gute Idee gewesen in kurzen Hosen auf diese Wanderung zu gehen…als wir nämlich später wieder am Auto waren und an uns herunter blickten, sahen aus wie ausgepeitscht, haha, leichte Striemen “verzierten” unsere Beine und zeugten von unserer blutigen Begegnungen mit dem wehrhaften Geäst.

Was wir diesmal mehr genießen konnten war aber die Höhle selber. Wir hatten mehrere Taschenlampen mitgebracht und waren zudem zu viert, so dass wir uns als tapferes Quartett frohen Mutes in die hinteren, stockdusteren Bereiche vorwagten. Nach dem beinahe unspektakulärem Eingangsbereich ging es durch einen hochgelegenen Einstieg in den nächsten Raum, welcher mich beim letzten Besuch bereits abschreckt hatte. Stockduster, aalglatt – und bei jenem ersten mal hatten wir nur eine Taschenlampe mit – und Ryan sprach von den vielen Riesenkäfern mit langen Fühlern die ständig im Lichtkegel erschienen, wenn er den Strahl über den Höhlenboden bewegte…

Diesmal waren kaum Käfer da, wir leuchteten alle Vier durch den ersten tropfsteinigen Raum und waren einfach nur begeistert, wie toll das derart erhellt nun aussah, diese ganzen erdigen Farben und skurrilen Steinformationen. Und wie selbstverständlich liefen und krabbelten wir tiefer in die Unterwelt hinein. Es gab einges zu erklettern, aber auch viel zu entdecken. Die Stille war unfassbar faszinierend, man hörte kein Geräusch bis auf unsere langsamen menschlichen Bewegungen. Und selbst die ein-zwei Feldermüse waren nahezu geräuschlos – aber vielleicht schluckte die Beschaffenheit der Wände auch den Schall…? Wir ließen die Stalagmiten und Stalagtiten auf uns wirken, krabbelten durch einen kleinen, schmalen Durchgang auf allen Vieren in einen nächsten Raum. Mein Mann, der Hobby-Höhlenforscher, wagte sich von dort noch in einen recht steil absinkenden Gang, wo dann aber seine spelaeologische Reise endete.

Das einzige was mich diesmal beunruhigte war dieser letzte Durchgang, wieder einmal hielten Drehbücher und deren Verfilmungen meine Phantasie auf trapp … was, wenn diese schmale Passage nun einstürzte?! Wir sind ja alle hier in diesem hinteren Bereich, niemand kann Hilfe hohlen, niemand weiß überhaupt, dass wir hier sind… Werden wir uns freigraben können? Müssen wir Käfer und Fledermäuse essen und uns unter Stalagtiten legen, um Wasser in unseren Mund tropfen zu lassen…?

Wir krabbelten indes unbehelligt wieder zurück ins Helle, die paar Fotos waren zwar eine schöne Erinnerung, jedoch teilweise zu dünster um wiederzugeben, was für ein sagenhaftes Naturwunder sich hier in der Abgeschiedenheit versteckt. Wir traten die Rückwanderung an und fragten uns, ob die Königin in einer Sänfte hier her getragen wurde … wir böten nun ein Königreich für eine Sänfte! 😉

Kurz vor dem letzten Abstieg zum Eingang der Höhle entlang des hohen Klippe gab es diese tolle Aussicht und Felsformation.