Neben Sauerstoff und Wasser ist Sonnenlicht wohl das wichtigste ist, was die Natur uns an Lebensnotwendigem bietet – und doch verteufeln wir irgendwie regelmäßig unseren wunderbaren, energetisierenden Stern. Es gibt so vieles, was sich fast unsinnigerweise in unser Allgemeinwissen festgesetzt hat! Also: “Augen auf!” – und zwar wortwörtlich! “I wear my sunglasses at night” sang Corey Hart in den 80ern und das ist auch gut so, dass er es nachts machte, denn weniger bekannt ist, dass die Augen den ungefilterten Sonnenlichteinfall brauchen, um die Haut noch besser vor zu viel Strahlung zu schützen. Und sogar die Ausschüttung von Serotonin, dem “Wohlfühlhormon”, wird vermehrt ausgelöst, wenn Sonnenstrahlen auf Augenrezeptoren fallen!! Apropos Auge: Neuere Studien ergaben, das Sonnenenergie, egal wo am Körper sie auf die Person einstrahlt – das Sehen um bis zu 15% verbessert!
Unser Körper ist wie man merkt ein kommunikatives Phänomen, was so alles im Körper “gemessen” und ausgeschüttet wird, ist einfach wahnsinnig interessant! Wenn Sonnenlicht also in unseren Augapfel fällt, bekommt die Epidermis ein Rückkopplungssignal, dass es aus den Melanozyten Melanin ausschütten soll. Und dieser bräunliche Stoff hilft unser Haut sich vor “zu viel” Sonne zu schützen. Somit schütten Menschen, die ständig Sonnenbrille tragen quasi etwas weniger Melanin aus, als von der Natur gewünscht. Obacht!
Das Hautpigment schützt übrigens vor allem vor Hautkrebs, es ist ein natürlicher Sonnenschutz! Ähnlich wie die Sonnenbrille ist dementsprechend auch Lichtschutzcreme unter Umständen nicht das Gelbe vom Sonnen-Ei! Zum einen können die vielen LSF-Chemikalien mit denen man sich einschmiert durch die energiereiche Strahlung mehr Schaden als Nützen beim Schützen, da es zu schädlichen chemischen (Haut)Reaktionen kommen kann. Zum anderen kommt es auch hier zu einer verminderten Melanin-Ausschüttung.
Nun machen wir mal eine noch rundere Sache da draus: Man würde ja vermuten (nach unserem allgemeinen gesellschaftlichen schütz-dich-vor-der-Sonne-Narrativ), dass in Ländern mit verminderter Sonneneinstrahlung natürlich eine verminderte Hautkrebsrate vorliegt – doch dem ist tatsächlich nicht so: In Skandinavien gibt es weitaus mehr Melanome als im südlicheren Europa! Und man fand auch nach Jahren des Warnens, wie gefährlich doch Solarien sind, heraus, dass Leute, die nie Solarien benutzten oder sonnenbadeten, schlussendlich anfälliger wurden für Melanome – und das Sonnenbänke dementsprechend sogar vor Hautkrebs schützen können! Verrückt.
Und was noch? Vitamin D! Es gibt viele Aktivierungs-Stufen, die schlussendlich nötig sind, dieses für das Immunsystem, die Stimmung, Zellteilung und unsere Knochen wichtige Hormon zu bilden. Beginnen tut es jedoch in der Haut und mit Hilfe der UVB Strahlung. Es ist also förderlich, dass wir täglich circa 20 bis 30 Minuten die Sonnenstrahlen auf unserer Haut kitzeln lassen! Und: neben dem Melanin, Serotonin, Vitamin D sind es noch Stickoxide, die die Durchblutung steigern und den Blutdruck senken lassen, oder auch Dopamin, Noradrenalin und weiße Blutkörperchen die ausgeschüttet werden – Sonne macht somit glücklich!
Und was war mit der inneren Uhr? Ja, der circadiane Rhythmus richtet sich ja auch nach der Sonne – sie beeinflusst also Schlaf, Verdauung, Hormone, Reparaturmechanismen und ist somit ein multisensorischer Heilimpuls!!
Kleine Anekdote zum Thema Vitamin D und Melanin. Man sollte meinen, dass dunkelhäutige Menschen die zudem in sonnigen Gefilden leben, extra viel von dem immunsystem-stimulierenden Hormon im Körper haben. Aber, und hier kommt das schützende Melanin ins Spiel, durch die Pigmentierung erreicht eben nicht so viel UVB die unteren Hautschichten und es gibt eine geringere Vitamin D Produktion als bei hellhäutigeren Menschen. Weshalb beispielsweise manche Erkrankungen oder Epidemien von Dunkelhäutigen schwererer überwunden werden.
Was habe ich gelernt? Dass man beispielsweise im Lockdown den (kränkelnden) Menschen ein fundamentales Heilmittel (für Körper und Seele) entzogen hat: Das Sonnenlicht! Und: Vor über 100 Jahren war es noch Gang und Gäbe, dass es Sonnendecks oder bepflanzte Innenhöfe in Krankenhäusern gab, wo die Patienten selbstverständlich Zugang zu Heliotherapie hatten, weil man damals schon – oder noch – wusste, wie medizinisch wertvoll unser heilsamer Stern ist!
