Die Süße der Früchte

Neben Süßstoffen (z.B. Aspartam) und Zuckeraustauschstoffen (z.B. Sorbit, Xylit), die seit Jahrzehnten propagiert werden, um Haushaltszucker und damit Glucose durch nicht diabetogene Süßungsmittel zu ersetzen, war und ist die reine Fructose ein weiterer beliebter Ausweichstoff. Der “natürliche” Fruchtzucker lässt den Insulinspiegel nicht ansteigen und wart deshalb als für Diabetiker geeignet und gesünder befunden. Heute ist Fructose nebst den anderen Süßungsmittel sehr weit verbreitet, größtenteils auch, weil allesamt süßer schmecken als der klassische Zucker und günstig in der Herstellung sind.

Was aber die wenigsten wissen ist, dass Fructose (aber auch andere Zuckeraustauschstoffe) die Leber verfetten (Folge: Nicht-Alkoholische-Fettleber) und auch sonst den Fettstoffwechsel ordentlich durcheinander bringen kann. Überraschenderweise erhöht sie auch die Harnsäure, wo man doch immer nur dem Fleischverzehr sowie Bierkonsum diesen schwarzen Peter zuschiebt… Zudem kann Fruchtzucker den Hunger wieder unnötigerweise fördern sowie zu Insulinresistenz in beispielsweise Leberzellen führen.

Reine Fructose ist zudem schnell anflutend, kann aber grundsätzlich gut vom Körper durch entsprechende Enzyme verwertet werden – jedoch eben nur in Maßen, also wenn natürlich vorkommend. Auch hier zeigt die Lebensmittelindustrie, dass es nicht um gesunde Ernährung geht, denn der Einsatz von Fructose, oft gewonnen aus Mais, ist ein billiges und schlussendlich schädliches Süßungsmittel. Sogar in der Krebsforschung stellte sich mittlerweile heraus, dass die Fructose (ähnlich wie die Glucose, nur mit anderen Wirkungsmechanismus) das Krebswachstum fördern kann.

Was Fructose und Glucose übrigens auch gemein haben ist die Glykierung! Dies bedeutet, dass beide Zucker sich im Überschuss enzymatisch an Proteine, Fette oder Nukleinsäuren binden, aber auch an Gefäßwände, was diese dann verengt und versteift. Durch oxidativem Stress kommt es wiederum zu Entzündungen und schlussendlich zu Störungen im ganzen Körper, inklusive Wundheilungsstörungen, Nervenschäden, Problemen im Blutkreislauf, weshalb es gerade bei Diabetikern oft zu Durchblutungsstörungen in Augen, Nieren, Zehen kommt.

Was habe ich gelernt? Das Fructose aber nicht grundsätzlich “schlecht” ist. Die Süße aus den Früchten ist – wenn sie IN den Früchten ist – gut! Nur in der Gänze der Frucht wird sie angemessen verstoffwechselt, der Fruchtzucker wird aus den Fasern und Ballaststoffen der zu verdauenden Früchte nach und nach herausgelöst und gut verwertet. Somit kann Obst auch sehr gut als Süßungsmittel genutzt werden – besser als jeder Haushaltszucker! Auch als getrocknete Früchte wie Datteln, Feigen, Rosinen, Mangos, Pfirsiche sind sie überaus wertvoll und bringen in dem gedörrten Zustand auch noch kostbare Mineralien mit.

Und womit versüße ich mir das Essen dann überhaupt? Wenn, dann benutze ich Honig, Rübenkraut, Ahornsirup, eingekochtes Obst – oder schonmal braunen Zucker, wenn ich Plätzchen (z.B. Chocolate-Chips-Cookies) backe respektive Sahneeis herstelle. Also so ganz ohne Zucker geht es eben auch nicht immer…