(19./20.06.15) Nach dem Kajak-Tag wollte ich gestern mal einen nix-tu-Tag einlegen. Ich beschloss ein paar mails zu schreiben und meine restlichen Fiji-Tage zu planen. Ich bin ja nicht so der Gerne-Planer, ich hab mich bis heute morgen vier mal um entschieden, haha, gut das ich irgendwann mal ein Hotel im Süden der Hauptinsel gebucht hatte, wer weiß, wo ich sonst gelandet wäre. Aber irgendwie fühl ich mich in diesem Land etwas unsicher, hab das Gefühl alles dreimal durchdenken zu müssen. Find ich doof von mir, mach ich aber diesmal, also das durchdenken. Hab mich dann heute früh mit einer kleinen Minibus-Tour zurück zum Flughafen geschaukelt und mir dort einen Leihwagen genommen. Ich wollte doch lieber selbst-bestimmend bleiben für die letzten drei Tage – also Fiji, ich komme! Zu fast nix gekommen bin ich dann übrigens gestern, ich hatte zum Lunch ein Weinchen getrunken und lümmelte mich den ganzen Resttag bis zum Sonnenuntergang an der Strandhütte. Herrlich. Abends haben wir dann mit allen richtig familiär zu Abend gegessen und gequatscht – anschließend gab es kollektives Sternegucken am Strand, ein wirklich schöner letzter Abend im Öko-Ressort. Wir hatten zwei Neuankömmlinge, die ich etwas seltsam fand, Penelope mit ihrer Tochter Danijela aus England. Penelope sprach so bedächtig, auch kühl, so, hm, weiß nicht. Ich ignorierte sie. Heute morgen hörte ich sie zu ihrer Tochter ein Wort sagen, dass mich aber hellhörig machte. Ich sprach sie darauf an. Ja, sie könne die Sprache zwar nicht richtig, ihr Vater wäre aber Serbe. Ich sagte ihr, ich wäre zwar Kroatin, spreche aber eher serbisch. Wir quatschten kurz, dann ging ich packen. Als ich zurückkam bat sie mich, ihr zu helfen, sie wolle ihren serbischen Verwandeten dann gerne eine Postkarte schreiben. Ich übersetzte ihr den Text und wir quatschten intensiver. Sie erzählte, sie hätte ein stark renovierungsbedürftiges Haus geerbt, ich erzählte ihr von meiner eigenen Renovierungs- und Schönmachwut am geerbten Häuschen. Sie sagte, es wäre komisch, wenn sie dann mal da wäre, wäre sie so erfüllt, sie könne sich das gar nicht erklären. Ich erzählte ihr, bei mir wäre es mit meiner kroatischen Insel komischerweise auch sehr emotional, versuchte es ihr mit meiner Gone-with-the-wind-Metapher zu beschreiben, wobei ich die Erklärung in Tränen erstickte. Maaa, was’n jetzt los!? Ich muss mich immer wieder über mich selber wundern, dass ich da derartige Heimatgefühle habe, dabei lebe ich ja noch nicht mal richtig da. Ich entschuldigte mich für meine plötzliche Emotionalität, sah aber dann bei der sehr kontrolliert wirkenden Frau auch ein Tränchen im Augenwinkel. Wow. Als ich mich dann verabschiedete drückte sie mich ganz herzlich – wie schnell geliebte Erde doch verbinden kann.





