Historic Old Kōloa Town Walk

In der gleichen Woche, wo wir auf dem Historic Hapa Trail Walk wandelten gab es auch den Historic Old Kōloa Town Walk – und wieder fanden Victoria und ich uns erlebnisfreudig ein, diesmal begleitet von Freundin Karin. Die urige Hawaiianerin Marty Kuala, eine beliebte Persönlichkeit in der Kōloa-Gemeinde, die sich seit Jahrzehnten für das Kōloa Plantation Days Festival (zu dem die diese beiden Führungen dann auch gehörten) stark macht, führte uns durch die quirlige und heute bei den Touristen überaus beliebte Altstadt.

Treffpunkt war in der Nähe des “Sugar Monument” in der erweiterten Altstadt von Kōloa. Das Kunstwerk wurde in den 80er Jahren von Jan Gordon Fisher geschaffen. Es ist eine runde Betonskulptur die einem Mühlstein ähnelt, in dessen Inneren sich wiederum ein Bronzerelief befindet, welches jene acht ethnische Gruppen würdigt, die zum Erfolg der Zuckerindustrie in Hawaii beigetragen haben: Hawaiianer, Kaukasier, Portorikaner, Chinesen, Koreaner, Japaner, Portugiesen und Filipinos.

Während der diesjährigen Festivalwoche ließ Marty uns also in diesem historischen Spaziergang gemütlich durch die Altstadt von Kōloa flanieren, wo einst nebenan Zuckerrohrfelder im Wind rauschten und sich Geschichten in das Holz jeder Ladenfassade einprägten. 1835 markierte dabei einen Wendepunkt, denn Kōloa wurde Heimat von Hawaiis erster kommerzieller Zuckerrohr Plantage, was eine Ära einleitete, die alle Inseln für Generationen prägen sollte. Die Stadt blühte rund um die Zuckerrohr-Mühle auf und zog Arbeiter und Familien aus den erwähnten acht ethnischen Gruppen an.

Wo diese älteste Mühle Kaua’i’s heute jedoch wie viele andere ihrer Art vor sich hin rostet, gibt es glücklicherweise in der farbenfrohen historische Städtchen viele erhaltene sowie renovierte Gebäude mit Vergangenheit und Seele. Das Tao Building, einst eine Eisdiele und ein Gemischtwarenladen, versorgte Plantagenarbeiter damals mit örtlich angebautem Reis. Das Chang Fook Building wurde berühmt für sein Gebäck – Kleerollen, Kokosnusskuchen und Puddingtörtchen. Das Asahi Soda Building begann als Poi-Fabrik, in die die Einheimischen ihre eigenen Behälter brachten, um sie mit Taro aus den Tälern zu füllen. Der Yamamoto Store, auch Monkeypod Store genannt, beherbergte bis 1915 Lebensmittel, Spirituosen und sogar eine Zapfsäule.

Marty selber führte mit ihrem Mann in der urigen western’esken Kulisse jahrzehntelang einen Surfshop (der heute der Surfmode-Firma Billabong gehört) – sie kennt also alles und jeden hier aus erster Hand. Auch die Geschichte des “Seoka Market” ist über 100 Jahre alt; wie wir erfuhren wurde der Familienbetrieb 1918 im japanischen Viertel der Plantage gegründet und zog dann 1933 an die Ecke, wo er bis heute noch ein zentraler Dreh- und Angelpunkt der Gemeinde ist. Selbst die köstlich duftende Snack-Bude lockt noch mit den gleichen Leckereien wie Mitte des vergangenen Jahrhunderts! Dies haben Ryan und ich unlängst für uns entdeckt und kauften schon mehrfach köstliches Loco Moco oder super leckere Bacon-Cheeseburger zum Sonntags-Lunch – nun weiß ich also, das wir da historisch leckeren Gaumenschmaus genießen!

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