Spaß mit Bäumen

Ich hab jetzt nicht soooo den grünen Daumen und war auch nie groß am Gärtnern interessiert. Blümchen und so, hmm, fand ich nur in Kombination mit Bienchen interessant. Nun ja, in meinem Studium musste ich mich dann mit Pflanzen beschäftigen, pharmazeutische Biologie und dergleichen. Ich bestimmte tapfer, sammelte fleißig und drang nebenbei tiefer ein in die grüne Materie. Ich lernte im Laufe der Jahre zudem, wie positiv Bäume auf mich wirken. Ich könnte jetzt sogar vom Umarmen eines Stammes erzählen, hihi, aber ich meine eher Spaziergänge im duftenden Forst – mit dem Mehr an Sauerstoff und der hohen Dosis an Botenstoffen von Bäumen und Pflanzen, welche mal eben stiekum das menschliche Immunsystem auf Hochtouren bringen. Hinzu kommen die vielen beruhigenden Grüntöne nebst der natürliche Stimmung, die letztere bei einem selbst dann aufhellt. Ich begann es einfach zu lieben im Wald zu Wandeln. Übrigens gibt es da ja noch die Gärten in Kroatien, wo ich mich nach und nach mit dem Anbau von Nutzpflanzen vertraut machte. Groß “Können” tue ich das alles immer noch nicht (mein Daumen hat leider nicht zwischenzeitlich eine grünlichere Farbe angenommen), aber ich kann begeistert beim Anbau zugucken, auch assistieren und dazu lernen. Nun trug es sich zu, dass wir auf Kauai ein vorzügliches Klima haben. Die Insel hat den Beinamen “die Garteninsel”, weil hier einfach alles rumwächst. Nun gut, wir wohnen im “Weeesten” (ich habe das jetzt übrigens grade so bedrohlich ausgesprochen wie bei den Schti’s der “Nooorden”). Hier gibt es doch einen kleinen Unterschied zum Rest der überaus begrünten Insel: Hier regnet es kaum! Also das Klima ist zwar toll, aber Wässern müssen wir doch selber. Dennoch erfreue ich mich hier unzähliger Obstbäume, ob Mango, Papaya, Orangen, Zitronen, aber auch eine putzige Passionsfrucht-Hecke sowie Tomaten, Melonen, Chillis, Avocado und Kokospalme sind in unserem Garten ansässig. Ich hab mittlerweile gelernt, dass die amerikanischen Ureinwohner, die Indianer, einen Fisch zum Düngen unter das Einzupflanzende legten. Gestern sind nun Dattelpalme, Macadamia-Baum (mit Fisch), Lychee dazu gestoßen – sowie ein Limetten-Bäumchen. Von dem schwärmte der Baumschul-Lehrer sehr. Als wir das junge Ding im Boden hatten – hier muss man übrigens stets ausgeklügelte “Baum-Betten” bauen, weil unser Grundstück auf Sand gebaut ist und und somit Mutter-Erde her muss – fiel mein Blick auf das Namens-Bemsel: Kaffir-Limette. Ich quiekte auf! Benutze ich die doch ausgesprochen gerne zum Mit-Kochen!! Aber gefühlt wuchsen die für mich halt in diesen kleinen Gläschen, die ich regelmäßig im Supermarkt kaufe. 😉 Ich hab mich nie gefragt: was ist eigentlich ein Kaffir?!? Jetzt weiß ich’s und hab gleich vor Freude ein frisches Blatt angeknabbert. Organoleptische Prüfung nannte sich das im Studium. Und ich kann sagen: Es schmeckt wie aus’m Glas, nur noch viel leckererer… 🙂