Westend Girl auf Industriekultour

Ich bin ja im Duisburger Westen groß geworden, jenem Teil der Industriemetropole, der sowohl noch zum pulsierenden Ruhrgebiet gehört als auch in den ruhigen Niederrhein gleitet. Heißt das dann nirgends so ganz hin zu gehören oder doch überall ein bisschen? Ich denke einfach, es ist sehr bereichernd von klein auf an mehreren Kulturkreisen zu partizipieren! 😉 In diesem linksrheinischen Duisburg aufzuwachsen und zu leben führte mich auch dazu in meiner Zeit als freie Journalistin die Rubrik “Westside Stories” ins Leben zu rufen. Der Name entstand nicht nur, weil ich Leonard Bernsteins Musical mag, sondern vor allem, weil ich gerne Geschichten aus meinem westlichen Viertel erzählen wollte. Nun trug es sich zu, dass ich jüngst umgezogen bin. In einen neuen Westen. Hier gibt es wahrscheinlich auch Stories zu ‘vertellen’. Und wie das Leben einer Ruhrpottlerin eben doch geprägt ist, hab ich mich hier ebenfalls in einem Arbeiter-Städtchen eingenistet. Dort wo bei uns in Duisburg die Zechenhäuschen der Bergarbeiter stehen, stehen hier allerdings die Plantagenhäuschen der Zuckerrohr-Pflücker. Was zu meiner Begeisterung gleich ist, sind die ochsenblutfarbenen Fußbodendielen!! Da fühlte ich mich gleich mehr mehr zuhause… 🙂 Arbeiter-Behausungen sind also auch in fast 18.000 Kilometer Luftlinie Entfernung vergleichbar. Bergbau gibt es allerdings auf Kaua’i nicht, gab es auch nie – und der Zuckerrohranbau ist längst dem Anbau von gen-manipuliertem Mais gewichen. Nur eine alte Zuckerrohr-Mühle erinnert noch an vergangene Zeiten, rostet und landmarkt hier so vor sich hin – ganz so wie bei uns die Fördertürme und Hochöfen. Warum machen die Insulaner hier eigentlich keine Industriekultur?! Ich glaub ich kauf mal ein paar hundert bunte Lämpchen und landschaftspark-nord-e die Zuckermühle hier mal ein. Hey, dann also “Landschaftspark West”, das klingt doch traumhaft toll für eine Westend Girl wie mich…


Am Horizont der Schornstein der Mühle und links davon der rostige Rest. Schräge Perspektive, die Ruine ruht auf dem örtlichen Friedhof. Viel näher ran als wie hier rechts im Bild kommt man (noch 😉 ) nicht.