FÜR DEN KICK, FÜR DEN AUGENBLICK

(06.07.15) Inne Pötte kommen geht morgens auch bei zwei de Bruyns nicht schneller. Is’ ja auch Urlaub – und außerdem war ich ein wenig aufgeregt, weil der Augenblick, als ich das erste mal in den Grand Canyon geschaut hatte noch bis heute nachwirkt. Diese Schlucht hatte vor nunmehr zwanzig Jahren nachhaltig Eindruck hinterlassen, habe seitdem keine Aussicht mehr gesehen, die so gewaltig war und damit so überwältigend. Diesmal sollte die Anfahrt jedoch nicht vom Süden an den Nationalpark heranführen sondern wir kamen vom Norden. Einfach mal den Blickpunkt wechseln. Und trotz Seitenwechsel stockte mir der Atem, als ich mich der riesigen Erdspalte näherte und es kamen mir ein paar Tränchen hoch, als ich meine Augen über die unbeschreiblichen Felsformationen schweifen ließ, man kann es irgendwie nicht (er)fassen, was man da sieht. Es klappte also auch ein zweites Mal mit dieser Begeisterung. 🙂 Ich war mal so frei und hatte mir penetrant Sonne gewünscht – nach und nach rissen auch ein paar Wolken auf und die Strahlen ließen die roten Schichten mehr leuchten. Dennoch war es diesig in den Erdspalten, so dass ich mir kurz reinigenden Regnen herbeiwünschte. Papa sagt, ich solle mich mal entscheiden, ich wollte Sonne, feddich! Entscheiden kann ich mich halt nicht so gut, als wir im Canyon-Saloon einkehrten und meine erste Bestellung etwas verwirrend für den Wirt ausfiel, zuckte er bei meinem erneuten Erscheinen zusammen und meinte, jedoch lächelnd: Oh nein, nicht das schon wieder. 😉 Wenig später begann es zu regnen. Nun gut, selbst in Schuld! 😉 Wir hatten unsere Anfahr-Punkte abgearbeitet und unsere aussichtsreichen Auszeiten genossen, nun sollte unsere Reise weiter gehen schon mal Richtung morgigem Programmpunkt. Der Weg ist bekanntlich das Ziel, so auch hier, wir fuhren durch eine überaus wechselhafte Ebene, mit einer endlos erscheinenden Straße, verrückt, die hab ich sogar wiedererkannt, hier bin ich schon mal lang gefahren. Auch eine alte verlassene Indianersiedlung war mir vertraut, aber so schön hatte ich die Ecke hier nicht in Erinnerung, der Marble Canyon, die Murmel Schlucht. Wobei damit Hunderte von vormals gekullerten Steingebilden gemeint sind, die hier überall rumliegen. Und dann kamen die Regenbögen, yeah. Ein schöner Tagesabschluss. Wir fanden eine urige Lodge, zum Glück ein angrenzendes Restaurant mit lecker Weinauswahl. 🙂 Dafür kein WLAN am Motel, ein Telefonnetz gab es schon seit Tal-Einfahrt nicht mehr – und um neun ging das Licht aus. Willkommen im Wilden Westen, Yiiiiieha…

Weiter durch Wüste und Steppe. Wolli, erkennst du das Motiv oben Mitte? Ich hatte nur nicht deine Sonnenbrille. 😉 Dann sind wir durch den Marbel Canyon, die Murmel Schlucht, mit farblich angepassten Dixie-Klos sowie tollen Regenbögen.

Gestern standen wir am Abgrund, heute sind wir schon einen Schritt weiter, haha, der ist so alt, der kostet! 😉 Atemberaubend ist es an der großen Schlucht, ein ganz besonderes Fleckchen Erde, man kann weder erfassen noch fassen, was die Natur uns da in Jahrmillionen gebaut hat – hinsetzen, genießen, einfach mal die Ruhe wirken lassen.

Augen zusammenkneifen für das Tagesselfie, nein, bin nicht brummelig, eher sonnig. Dann einmal die drei lustigen zwei – und Oscar weiterhin auf seiner Tour.