Wenn der Weg schön ist, lass uns nicht fragen wo er hin führt! Hach, es gibt schon schöne Sprüche. Und eben auch schöne Wege. Also sowohl jene im Leben, als auch die konkreten. Zufällig kann man sich auf Kaua’i immer wieder unterschiedlichster Pfade erfreuen. Schrob ich doch jüngst von der Na Pali Coast sowie dem dortigen Kalalau Trail und erwähnte vor einiger Zeit auch den großartigen Waimea Canyon – nun ja, hier treffen sich diese beiden Naturwunder. Als Ausläufer der gigantischen felsigen Schlucht und dem dortigen Kok’ee Nationalpark ist der Kalalau Lookout genau der Punkt, der einen Blick auf das Ende es Trails zulässt, aber wichtiger noch auf das Tal, dass allem seinen Namen gab: Kalalau Valley. Der Ausguck ist 1200 Meter über dem Meeresspiegel und man hat einen phantastischen Blick in eine tief abfallende und zum Meer hinführende, unglaublich üppig bewachsene Halbröhre. Die diese umfassenden vulkanischen Bergrücken sind sehr prägnant sowie charakteristisch und lassen einen sogleich von Urzeiten träumen. Als ich das erste mal hier war, sah ich aber: nichts. Was den Nebelschwaden, die zu Wolken transformiert waren, zuzuschreiben war. Die feinsten Wassertröpfchen hingen so dicht, das ich nur knapp über den Sicherheitszaun hinaus sehen konnte. Gut, dass es den überhaupt gab, ist hier nämlich nicht immer gängig, hihi. Ich war traurig, wusste ich damals doch noch nicht, dass ich dort noch einmal hin kommen würde. 😉 Ein Jahr später hatte ich dann tatsächlich Glück, so dass ich beim zweiten Besuch endlich jenes bestaunen konnte, was ich bis dahin nur von Fotos kannte. Was ich sah war atemberaubend hübsch, es lässt einen bass erstaunen, was die Natur so alles kreieren kam. Wie heißt es in diesem Sinne so schön – Leben besteht nicht aus den Momenten in denen du atmest, sondern aus jenen Momenten, die dich atemlos machen. 🙂 Jüngst bin ich nochmal dort hin, um diesmal mutig eine Wanderung entlang eines Bergrückens zu unternehmen – und erneut hatte ich: keinen Durchblick! 😉 Das Tal war echt witzig wie eine Schüssel mit Eischnee gefüllt mit Wolken, die auch schon über den Bergrücken schwappten. Und so wurde die Wanderung ohne außergewöhnlichen Blick dennoch mit Sonne und Nebel eine ganz besondere. Ein Spaziergang, der mystisch und spannend war, der nebulöse Wald-Pfade mit putzigen Regenböden und glitzenden Blättern schmückte. Ich kam mir vor wie in einem Märchenwald und sponn von Fabelwesen, wer braucht schon ein Tal! Manchmal ist halt der Weg das Ziel…
Die Wanderung zum Kalalau Lookout kann wolkenlos sein, wird sie aber wahrscheinlich nicht. 😉 Schon zu Beginn konnte man sehen: Dahinten hängt alles voller kondensiertem Wasser – über den Wolken, aijaijaijaj… Ein schönes Phänomen dort oben ist der runde und doppelte Regenbogen, wie hier auf dem zweiten Bild, leider kamen die Farben auf dem Foto nicht so dolle rüber. Jedenfalls ist das Wandern zwischen den Nebelschwaden sehr spannend und mystisch, wer hat nicht gerne seinen Kopf in den Wolken. Diesmal war Kalalau Valley hier unten rechts voll Verhangen, das links unten ist von meiner letzten Wanderung zum Lookout, da gab es mal den perfekten Blick. 🙂





