ICH KOMME ZUM PLANETEN VULKAN

(18.07.15) Auch wenn es manchmal so anmutet, als wenn niemand weiß was los ist, irgendwie kommt man immer da an, wo man hin will, faszinierend. Ich wurde heute morgen wieder mal von einem Kleinbus angeholt. Mit mir am Hostel waren noch Jamena, Bianca sowie Denise, die total unorganisiert und durch’n Wind rüber kam. Wir mussten zudem mehrfach auf sie warten, es war nervig. Der Busfahrer versuchte infolge die Zeit wieder gut zu machen und rüttelte uns schneller über die hier vorwiegend unbefestigten Straßen. Dann lieferte er uns wie noch viele andere Busfahrer ihre Passagiere an einem Fluß ab. Hier würden gleich Fähren kommen. Sie kamen und wir fuhren eine Stunde lang über einen großen See. Anschließend wurden wir gefragt wo wir hin müssten und wieder wuselig auf Busse verteilt – und ich kam tatsächtlich nach insgesamt drei Stunden richtig an. Yeah! Als wir in die Stadt La Fortuna, die als Ausgangspunkt für den Nationalpark Volcano Arenal dient, einfuhren, hatte ich mich aber erstmal erschrocken, sie war viel größer und es hangen unglaublich viele Touristen überall rum. Doch mein Hotel war in einer ruhige Nebenstraße. Ich hatte Hunger und glücklicherweise um die Ecke ein abgelegenes vegetarisches Café, musste mich nämlich sputen, meine nächste Tour wartete ja am Nachmittag auf mich! Nach Versäumnissen auf Bali, Neuseeland und Hawaii endlich eine Wanderung auf dem Vulkan! Ich fragte mich, ob ich da auch Tanzen kann… Als ich in den Kleinbus stieg saß dort Denise, wir waren nur zu zweit und unser Guide Franklin total begeisternd und zudem von uns begeistert. Es wurde ein tolle Tour. Und nachdem ich Denise gesagt hatte, dass ich sie etwas schräg fand heute morgen, war es total schön mit ihr. Sie ist Mexikanerin, lebt aber in Houston und hat einen super Musikgeschmack. Franklin indes stimmte während der Wanderung ständig Lieder an und baute sie in den Vortrag ein, meist aus den 80ern oder von den Beatles, ich sang sie dann jeweils freudig weiter. Manchmal sangen wir zu dritt. Das war so witzig. Er erklärte uns die hiesige zum Teil sehr spezielle Vulkan- und Pflanzenwelt, vieles war fein naturwissenschaftlich, dabei versuchte er auch alle Sinne anzusprechen – Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken. Ein sehr guter Guide. Denise erzählte uns von einem ihrer Naturerlebnisse und plötzlich hatte ich mit ihr das Kauai-Phänomen – wir hörten nicht mehr auf über alles Mögliche zu quatschen, sie sprach mir zeitweise aus der Seele. Die Gelegenheit bot sich noch mehr, da wir nach der Wanderung zu den durch den aktiven Vulkan erhitzten heißen Quellen gebracht wurden. In der wunderschön angelegten und gestalteten Badeanlage ‘Baldi’ konnten wir drei Stunden chillen, Cocktails trinken, uns austauschen, reflektieren, philosophieren. Tolles Mädchen. Verrückt, das ich so genervt war von ihr heute morgen und noch verrückter, dass wir zur gleichen Tour kamen und eigentlich auf einer Wellenlänge funken. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war…

Franklin erklärt uns die lustige Welt der Vulkane und presst für Denise Zuckerrohr-Saft. Dieser Baum wächst in einem Krater, den ein beim Ausbruch 1968 geschleuderter Lavabrocken geschlagen hatte. Außerdem drehte Will Smith hier After Earth, es gibt noch Requisiten. Der Ausblick auf halber Höhe vom Vulkan, dazu nats zwischen Lavaklumpen.
Alle in einem Boot?! Nee, da kamen zum Glück noch ein paar Fähren. Und Bötchenfahren mag das nats ja. Aber wo ist der Vulkan?! Da isser, lugte nach’m Essen endlich hervor. 🙂