(16.07.15) Mein Wecker ging um sieben, die nächsten Tage is nämlich generell nix mit ausschlafen, die meisten Touren beginnen früh morgens. Ich war mir nicht ganz sicher, was mich jetzt hier im Nationalpark Monteverde erwartete. Grüne Berge! Regenwald, Pflanzen, Tiere – ok, und nun spontan mal ein bissl Abenteuer. Mike schüttelte gestern noch lächelnd den Kopf mit den Worten “You’re a desaster” – er konnte nicht glauben, dass ich gar nicht genau wusste, was ich gebucht habe. Denn sie wissen nicht, was sie tun?! Diesmal stimmte es und ich fand’s toll. Es ging heute erstmal zu einem Zip-Line-Park. Ich kenn nur die Seilbahn auf meinem Kinderspielplatz von früher. Hier aber wurde ich in ein Geschirr gesetzt und an ein Drahtseil befestigt, 15 mal. Wollte ich nie machen diesen modernen Kram, aber hier durch und sogar über die Regenwälder Costa Ricas zu schweben, wow, das war atemberaubend. Wir waren eine achtköpfige Gruppe und ich hatte beim Einchecken noch spontan den “Superman” gebucht. Zum Glück gab es einen zweiten Superhelden in unserem Team. Wir wurden auf der letzten Zipline bäuchlings ans Seil gehangen, ich dachte noch kurz an Flatline, hatte aber grade den freien Fall am Tarzanseil ohne Herzstillstand überlebt, dann geht das hier auch. Einen Kilometer lang flog ich ziemlich zügig über das Blätterdach des Regenwaldes, es war ein Traum. Dieses Gefühl, wirklich zu fliegen, und zwar über so eine lange Distanz, das kann ich gar nicht beschreiben. Ich wollte immer Wonderwoman sein, nun fand ich Superman plötzlich auch toll. Anschließend spazierte ich noch eine Stunde lang über die bis zum 60 Meter hohen Hängebrücken durch die Baumkronen des Abenteuer-Parkes. Nicht genug des Abenteuers fragte nach meiner Rückkehr Gastgeber-Frau Courtney Mike und mich, ob wir in einen hohlen Baum klettern wollen. OoooK. Im Wäldchen neben unserem Hostel gab es ein wohl beliebtes Prachtexemplar in dem man von Innen bis in die Spitze klettern kann. Zugegeben, es ist nicht ohne, machte mir auch kurz beim Abstieg mal Angst – man sollte ja grundsätzlich aufpassen nicht den Halt zu verlieren 😉 – aber als ich ausgepowert wieder unten war, war ich froh, dass ich es gemacht hatte. Den Tag vollendet hab ich dann mit einer zweiten gebuchten Tour – dem Nightwalk. Wir liefen mit Taschenlampen irrlichternd durch den Wald und suchten nachaktive Tiere. Ich hatte die letzte Nachtwanderung im achten Schuljahr unternommen, hatte deshalb hier grade großen Spaß und summte “hi ho, hi ho, wir sind vergnügt und froh…” in mich hinein. Wir sahen Vogelspinne, Minifrosch, Faultier, Tukan, grüne Schlange, Opossum, Stabheuschrecke. Unser Guide Donald war super, erklärte ganz toll und fand viele Tiere – welcome to the jungle…






