BEINAHE AUSSICHTSLOS

(29.06.15) “Hm, hier war es noch nie wolkig, wenn ich hier war.” Haha, danke John, das ist sehr beruhigend. 😉 Heute also Waimea Canyon, der Grand Canyon des Pazifiks, ich habe überhaupt keine Vorstellung von dem was mich erwartet und bin sehr gespannt. Der ‘Herbergsvater’ macht das toll, er hält an vielen Aussichtspunkten, auch an jenen, die eben nur Einheimische kennen. Manchmal stehen wir zwar ein bissl zu nah am Abgrund, hm, er hat sicher einen guten Gleichgewichtssinn. Ich frage ihn, ob es ihm nicht langweilig wird, immer diese Touren zu machen, er entgegnet, dass es doch so ein schöne Landschaft ist, wie es denn da langweilig werden könne, hm, recht hat er. Dann pflückt er mir ständig irgendwelches Obst vom Wegesrand ab, es gibt Brombeeren, Guave, rote Pflaumen und was lustig Saures, hab den Namen vergessen. Lecker, sich so durch die Natur zu mampfen. Der Canyon soll übrigens ganz toll rot und grün leuchten, normalerweise, ich mache ein Schüppchen und finde ihn dennoch traumhaft. Die Wolken und der Nebel machen aber natürlich vieles diesig, zwischendurch regnet es auch mal. Der nächste Haltepunkt soll noch einen ganz tollen Blick auf’s Meer gewähren, ein Highlight, so so, denn wir sehen exakt: Nichts. Es ist so, als wie wenn man grade mit dem Flugzeug durch die Wolkendecke bricht. Wir machen also erstmal ein Picknick und schauen nach ner halben Stunde erneut nach. Hey, ein großes Loch in der weißen Wand lässt mich ein Stückchen Bergkamm sowie das Meer erspähen, mehr aber auch nicht. Ich muss John sogar fragen, ob das der Ozean sein soll. 😉 Nach und nach fließen wieder Kondens-Puschel zusammen, formieren sich fast schon provokativ tänzelnd wieder zu einer Nebelwand und machen den Ausblick nach zehn weiteren Minuten wieder dicht. War was?! 😉 Selbst wenn ich jetzt nicht so viel von diesem wohl tollen Ausblick gesehen habe, diese Wolkenparade war alternativ spannend, echt verrückt, da steht man mitten drin und wird quasi sehenden Auges von aufsteigenden Schwaden eingelullt. Kalt war es auch und so bin ich nach Rückkehr an den Strand – erstmal aufwärmen im warmen Sand. Ich blieb bis zum Sonnenuntergang, den gab es gleich zweimal, weil sich die Sonne nochmal durch die Wolken durchkämpfte, brav.

Die “Shaky Bridge”, eine Hängebücke, mit Blick auf ein lustiges Gesicht im Felsen. Wie geplant ging’s heute zum Waimea Canyon, nur war es hier ausnahmsweise bewölkt. Abschließend schnell wieder aufwärmen am Strand.
 Was man normalerweise sieht: http://media-cdn.tripadvisor.com/media/photo-s/01/ab/d2/5a/view-from-pihea-trail.jpg