ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT

(23.05.15) …ich war noch niemals richtig frei, einmal verrückt sein und aus allen Zwängen flieh’n. Tja, lieber, seliger Udo, jetzt habe ich in meinem Leben auch die letzte Station deines ‘Ausbruchs’ bereist und muss deshalb bei Landung tatsächlich an dich denken, wie schön. Bin ich jetzt wirklich richtig frei, bin ich nicht sowieso schon verrückt, hihi, ich war noch niemals richtig… Doooch: New York, San Francisco und jetzt bin ich also auch auf Hawaii angekommen. Nachdem ich nicht nur überraschend – ja is’ denn scho’ Weihnachten – auf Christmas Island zwischengelandet bin, sondern auch noch die Datumsgrenze überflogen hab. Ich war so froh, dass ich auf meiner Reise der Zeit vorauseilte – und jetzt hinke ich plötzlich hinterher. Auf der anderen Seite bekomme ich einen Tag geschenkt, juhu, erlebe zweimal den 23.06.! Und während ich noch leise den Punxsutawney Polka summe wird mir bewusst, dass mein Hotel – das einzige welches das Reisebüro wegen des Visums von Deutschland aus gebucht hatte – mich erst morgen erwartet! Wie komm ich denn jetzt ohne Delorian und 1.21 Gigawatt zurück in die Zukunft?! Ich hab mir dann erstmal ein Auto geliehen, einen Ford Focus, kein Flux-Kompensator dran, nix, menno, nun gut, dann fahr ich mal ins Hotel und frag was sich machen läßt. Oh. Mein. Gott. Ich kann gar nicht mehr Autofahren! Da fahre ich vier Wochen auf der linken Seite und jetzt ist es so als wenn ich noch nie rechts gefahren wäre. Setze wieder statt Blinker den Scheibenwischer, reihe mich falsch ein, wie kann man denn 24jährigen Fahr-Automatismus innerhalb weniger Wochen umpolen?! Zeugt das von guter Anpassungsfähigkeit, haha, dann nehm ich es hin und schleiche vorsichtig über die Straßen Honolulus… Irgendwann im Hotel angekommen klappt es dann auch mit nem Tag früher einchecken, allerdings anderthalbmal so teuer, frech. Aber ich hab jetzt keine Lust zu suchen, nach soundsovielen Stunden ohne Schlaf will ich nur noch ins Zimmer, wach duschen und dann ne Runde durch Honolulus Strand-Stadtteil Waikiki drehen. Durch die ganze Zeitzonen- und Tageszonen-Switcherei, weiß ich gar nicht wie lange ich nun wirklich unterwegs und auf den Beinen bin. Ich rechne besser auch nicht nach, das Beste was man machen kann, ist die neue Uhrzeit einfach hinnehmen. Als ich ankam war nun mal elf Uhr morgens und dann bin ich halt heute so gegen 21h ins Bett – nach einem schönen Drink an der Hotelbar: erstmal nen frischen Melonen-Cocktail und dann noch einen gemütlichen Whisky oben drauf. Ich bin der Meinung den Rhythmus kann ich mir selber machen, die chronobiologische Hauptarbeit verrichten eh Sonne und Mond. Ich hatte während der ganzen Zeit noch keinen richtigen Jetlag, im Selbst-Betuppen bin ich wohl ziemlich gut. 😉

Surfer’s Paradise?! Eindeutig. Die Wolken kommen hier am Waikiki-Beach wohl nicht von oben sondern irgendwie von hinten, hmm, hab in Meteorologie nicht aufgepasst, weiß nicht, wie das geht. Lustig: Ein Gymnastiktruppe, die ihre Übungen um einen Picknicktisch konzentrierte.

Conair?! Ich krieg nen Fön! Ich dachte kurz, wenn ich ihn einschalte steht Nicholas Cage einem Flaschengeist gleichtuend als Sträfling in meinem Badezimmer, aber nada. 😉 Und dann erstmal einen Begrüßungscocktail am Waikiki-Beach, nur dass ich doch ein bisschen erschöpft meinen Kopf stützen musste, ein Hoch auf die Strohhalme, hihi.

“Es kommt nicht darauf an dem Leben mehr Jahre zu geben,

sondern den Jahren mehr Leben…”