EIN FLUGHAFEN GERÄT INS TRUDELN

(06.05.15) …aber so richtig gehen lassen wollte Laos mich auch nicht. Ich hab am Morgen vor dem Rückflug nach Bangkok noch einen Miniausflug mit Tiger gemacht – ganz ohne Schiffbruch! 😉 -, weil es nämlich in der Nähe noch einen schönen Aussichtspunkt gab, auf dem ich dann nicht nur Fernsicht vorfand sondern ebenfalls eine Art laotische Antwort auf Stonehenge. Dann aber schnell zum Pakse Airport! Auch wenn Tiger meinte, der Flughafen sei so winzig, da würden auch 40 Minuten vor Abflug einchecken reichen, fand ich im Nachhinein eine Stunde schon gewagt, weil, haha, weil nämlich am Abend vorher gegen zehn Uhr in der ganzen Stadt der Strom für ne knappe Stunde ausgefallen war. Mein Flug ging um 12:25h und als ich mich um 11:20h versuchte vor dem Checkin-Schalter einzureihen, lief im Gebäude irgendwie – gar nichts. Kein Licht, keine Klimaanlage und auch keine Computeranzeige. Die Schlange war also für dortige Verhältnisse sehr lang, weil die Mitarbeiter scheinbar damit zurechtkommen mussten, dass der Strom noch nicht überall wieder angekommen war. Dann sah ich, dass an beiden Checkins mit handbeschrieben Zetteln auf den Zielflughafen aufmerksam gemacht wurde – allerdings in Brusthöhe, so dass viele Personen erst mal vor dem falschen Schalter standen. So auch der indisch-italienische Australier Tony, mit dem ich mich dann konspirativ verbündete. Wir folgten gespannt dem Geschehen, dachten uns Geschichten aus und freuten uns, als der Strom wiederkam. Tony, dass stellte sich später im Flieger heraus, lebt übrigens in Sydney und ist im Stadtzentrum Rezeptionist in einem Hotel respektive einer Hotelkette, wo er mich günstiger unterbringen könnte. Hörte sich gut an, denn Hotels sind glaub ich sauteuer dort. Als wir dann um 12Uhr endlich vor der Passkontrolle (ein Raum weiter) standen, verabschiedete sich Tony von seinen Freunden und ich huschte derweil nochmal auf die Toilette, die allerdings das einzig weit entfernte in diesem Flughafen war. Als ich dort ankam und schwungvoll die WC-Tür hinter mir schloss, hatte ich den Knauf in der Hand. Abgeschlossen, wohlgemerkt, denn hier in der Gegend gibt es überwiegend die putzigen Knäufe, bei denen man in der Mitte den Knopf zum abschließen drückt, quasi ein Knopfreindrückeknauf, ein gemeiner. Nachdem mir kurz die Luft wegblieb, mir eine Reinstallation nicht gelang und ich erstmal gegen die Tür hämmerte, wurden mir zwei Dinge bewusst. 1. Wer zum Teufel soll mich denn hier hinten hören? 2. Tony, der auf mich vorne wartete, würde schon merken, dass ich nicht wiederkomme! Hmm, aber darauf verlassen konnte ich mich zwanzig Minuten vor Abflug wirklich nicht. Ich machte das, was ich eigentlich immer schon mal machen wollte 😉 – und grade jetzt hatte ich nicht nur genügend Grund sondern auch ausreichend Stressadrenalin. Um es mal in Helge Schneiders Worten zu sagen: Mit quergestellten Schülterblättern rammte ich wie ein Rammbock gegen die Tür, dass es nur so splatatterte… Ich rammte vier mal. Ausbruch! Freiheit! Das nenn’ ich mal Erleichterung. Das Flugzeug rollte pünktlich um 12:25h mit allen Passagieren an Bord los, fragt mich nicht, wie die das gemacht haben…

Steine stapeln auf dem Hochplateau. Und irgendwie putzig: Bei Lao Ailines gibt es keine Schwimmwesten, bei einer Notwässerung dient das Sitzkissen der Rettung.