Nats/ June 1, 2021/ an eastside story

Jäger und Sammler! Wir sollten unsere steinzeitlichen Instinkte mal öfter ausleben! 😉 Wir ahnten, dass es auf der kleinen, unserer Bucht vorgelagerten Insel Parzan viele Kapern-Sträucher gibt. Und auch ahnten wir, dass sie noch nicht abgeerntet waren. Was wir nicht ahnten war, warum dies so war! Das kleine Eiland verdiente im doppelten Sinne diesen Namen, war es doch eine beliebte Brutstätte von Seevögeln.

Als wir anlegten hörten wir ein andauerndes Möwengeschrei über der Insel wummern, die Bewohner kommunizierten scheinbar rege miteinander. Es war ein Hintergrundklang, der sich schnell wandelte und zu einer bedrohlichen Geräuschkulisse aufbaute als wir vom Boot aus gen Sträucher tapsten. Sie kreischten, sie flogen hastig los, sie kreisten – über uns! Alarm auf der Möweninsel. Eindringlinge!

Und so wurden wir Invasoren mit hunderten Argusaugen beobachtet, genau beäugt, ob wir denn nicht dem Gelege zu nahe kommen würden. Wir duckten uns, nicht zwingend zum Schutz, sondern um uns ans Sammeln zu machen. Wir hatten Erfolg, unzählige Sträuche boten uns ihre Früchte feil. Ich hatte dies noch nie gemacht, doch aus meiner Kindheit wusste ich, dass meine Oma jedes Jahr Kapern pflückte und einlegte.

Und so wollte ich mich – wie in so vielen Dingen dieses Jahr – auch in dieser Tradition üben. Wir grasten – oder kaperten 😉 – nur einen kleinen Bereich der Insel ab, um nicht allzu sehr die gefiederten Einwohner zu verstören. Diese hatten sich derweil auch wieder etwas beruhigt, nur ab und an flog eine Möwe zum Auskundschaften der zweibeinigen potentiellen Feinde über uns. Mein Mann entdeckte ein Nest, bewegte sich aber schnell wieder weg, um keine Attacke zu provozieren. Hmm, aber wie die Eier wohl schmecken…fragt sich der Jäger und Sammler! 😉 Ich fragte mich auch, ob die Vögel uns mit ihrem Schnabel abwehren würden oder einfach von oben auf uns schei……?!

Wir kamen unattackiert sowie unbefleckt wieder daheim an, legten die ergatterten Knospen in Meerwasser ein und werden nun einige Tage lang täglich das Wasser wechseln, um so den Kapern ihre natürliche Bitterkeit zu nehmen. Anschließend werden die kurz angetrockneten Leckereien in ein Essig und Salz eingelegt und können den Sommer über verköstigt werden, hach, man kann hier irgendwie nie auslernen… 🙂