Nats/ August 24, 2020/ westside stories

Auf den letzten Drücker. Das konnte ich immer gut. Mittlerweile bin ich ja älter und mit diesem natürlichen Prozess kommend vielleicht auch weiser geworden, hehe. Ich fahre heutzutage rechtzeitig los und meditiere im Auto, wenn es nicht voran geht. Alles zu seiner Zeit…

Mit Meditation weiter komme ich übrigens nicht, wenn die Tank-Leuchte an geht. So unlängst geschehen auf meiner Termin-Tour im Ruhrgebiet. Von Rheinhausen nach Mülheim fahrend sprang das neckische Ding an und vorhersagte noch 60 Kilometer. Locker.

Von Mülheim nach Oberhausen ging dann im Anschluss auch noch, 35 Kilometer, pah, schaffen wir. 😉 Und dann, als ich so in Duisburg-Hochfeld von der Autobahn 40 abfuhr, ja, da fing sie mahnend “am Blinken”, wie wir aus’m Pott sagen.

Wo war nun die nächste Tankstelle? Ich wusste wo! Und wollte durch unsere berühmt-berüchtigte Hochfelder Siedlung nun zick-zack zur rettenden Station fahren. Dunkel war es schon, der Mond schien aber nicht helle, es war kurz vor zehn. Das durch die verkehrsberuhigten Straßen schlängeln ging mir nicht schnell genug. Viele Menschen, ganze Gruppen, gar Banden standen in den beruhigten Sträßchen herum. Meditation: Fehlanzeige.

Ich landete sogar noch in einer ewig langen Sackgasse, in die ich mich nur mit großer Mühe durch die Menschenmengen geschoben hatte. Gefühlt blinkte meine Tankanlage schneller, warnend. Nur nicht in diesem Wendekreis verenden! Ich traute mich gar nicht, herum zu gucken, für mich standen überall nur “Gestalten” rum. Ich wollte auch nichts sehen, was eventuell nicht für meine Augen bestimmt war…

Ich wusste, ich fuhr auf dem letzten Tropfen und ich wusste auch längst nicht mehr den schnellsten Weg zur Zapfsäule. Mir schwante plötzlich, als mein Blick auf die Uhr fiel, dass diese angesteuerte Tankstelle um 22 Uhr schließt. Es war 21:58 Uhr als ich die gelbe Muschel noch leuchtend erblickte.

Leer war es auf dem Gelände und herrlich friedlich. Ich tankte voll, wollte zum Zahlen, aber es war schon abgeschlossen. Der Tankwart ließ mich hinein und als ich zum Auto ging, wurde es dunkel um mich herum.

22:02 Uhr, Schicht im Schacht – das nenn’ ich mal in letzter Sekunde…