nats/ November 29, 2019/ eastside stories, on the other side

Auf beinahe hoher See und mit wunderschönem Blick zurück auf Kaua’i. Im Hafen Nawiliwili kann man das Bötchen recht einfach zu Wasser lassen, genauso einfach kann man Köder-Fische fangen. Wenn das Angeln aber nicht klappt, dann isst man halt Sushi am Picknick-Platz und die Köderfische später daheim. 🙂

Als ich das erste Mal mit meinem Mann in Kroatien zum Fischen aufs Meer fuhr, war ich schon sehr stolz ihm unseren “Croatian way of fishing” zu zeigen. Auf dem kleinen Bötchen zu schippern, keine Rute auszuwerfen, sondern nur einen bleibeschwerten Nylonfaden runter zu lassen, der um den Finger gewickelt ist – und dann warten, bis die schuppigen Gesellen anbeißen und sich somit die Fadenschlaufe um die Fingerkuppe enger zieht. Abenteuer. 😉

Ich erinnere mich, wie wir den ersten Fisch fingen und auch den zweiten und mein Mit-Angler beide wieder über Bord warf, weil sie “zu klein zum Essen” seien. Ich versuchte ihm zu erklären, dass wir seit Jahrzehnten hier Fische dieser Größe essen und verstand gar nicht, was er meinte, als er sagte, dass man in Kalifornien diese Größe wohl auch schonmal als Köder benutzt…

Nun, ich musste einige Unterschiede zwischen meiner ruhigen Adria und dem wilden Pazifik in den letzten Jahren lernen. Unter anderem, dass es eben größere Fische gibt. Und das meine adriatische Fischwelt eigentlich klein und unscheinbar ist… Und dass man eben beim Hochseefischen kleine Exemplare nimmt und große zu ködern.

Diese Woche kamen wir dann in die Gunst und konnten erstmals auch hier auf Kaua’i ins Bötchen steigen. Wir hatten große Fischerei-Pläne. Zunächst lernte ich also, wie man hier Köder fängt – und zwar macht man das im geschützteren Hafenbereich! Mit vielen lustigen, kleinen, schimmernden Haken an einer Schnur, zack, da beißen einfach ein paar kleine Fische an – ungefähr in der “kroatischen” Größe – sogar mal zwei oder drei auf einmal. Verrückt.

Es ging dann mit rund zwanzig derart geköderten Ködern raus auf die See, nur ganz so “hoch” wurde diese nicht, weil wir nämlich gar nicht weit raus kamen. Der Wellengang war gewaltig und zudem unberechenbar. Wir versuchten in dieser unwirtlichen Umgebung eine knappe Stunde zu angeln, jedoch ließ sich kein Traum vom Thunfisch oder Marlin verwirklichen (wir waren sowieso nicht weit genug raus) – aber auch keine hiesige Makrele, wie Ono oder Mahi Mahi, waren hungrig genug um anzubeißen.

Wir fuhren wegen drohender Übelkeit der weiblichen Mitreisenden (als da waren: ich und meine hochschwangere Stieftochter) wieder zurück – und machten dann Picknick an Land. Irgendwas mit Fisch sollte es schon sein und so wurde Sushi gerollt, hatte ich doch eines meiner kauaianischen Lieblings-Picknicke für uns Ausflügler vorbereitet. (Hoffentlich war das nicht ein schlechtes Angel-Omen…)

Das für mich Witzigste aber war, dass wir die Köderfische mit nach Hause nahmen und auf die kroatische Weise zubereiteten – endlich konnte ich auch mal wieder kleine Fische angeln und essen, hihi, Croatian style…