nats/ November 3, 2019/ heile welt/ kleine philosophie, on the other side

Ich bin wieder in (m)einem Land weit, weit weg… Vor nunmehr einem Monat kam ich zurück auf jene Insel mitten im Pazifik, die mich vor vier Jahren verschluckt hat. Hier auf Kaua’i musste ich dann aber erstmal alles sacken lassen – es war ein aufwühlender Sommer 2019 in Europa. Dieses Tingeltangeln zwischen Deutschland und Kroatien . Wo ich zum einen beinahe “bundesweit” in Apotheken Chefs vertreten und dabei by the way neue Städte sowie Landstriche kennen gelernt habe. Und wo wir andererseits eine Firma gegründet und Menschen, die wiederum Vis besuchen und entdecken, glücklich gemacht haben.

Last but not least: Ich habe viele liebe Menschen getroffen, meine Freunde, meine Vertrauten, allesamt aus einer Art Vergangenheit. Ein verrücktes, ein beglückendes Gefühl. Und um so verrückter, dass sie wirklich noch fast alle da sind. Ich war also wieder da. Und sie noch. Das macht aufgeregt, das macht glücklich. Und dass es sich bei den meisten so anfühlt, als wenn wir uns letzte Woche noch gesehen hätten, Wahnsinn, wenn trotz großer Distanz und weniger Kontakt die jahrelang geknüpften Bande einfach halten.

Freundschaft ist wie ein Baum. Es zählt nicht wie hoch er ist, sondern wie tief seine Wurzeln reichen.

Nichts desto trotz ist es aufreibend, denn ein Mal sehen ist toll, aber es kann auch gerne ein zweites Mal sein. Es ist doch noch nicht alles gesagt! Nicht alles gefragt! Nicht oft genug gedrückt! Und dann rast die Zeit. Und der Terminkalender ist zum Bersten gepackt. Länger im Land bleiben – ist das ein Option?? Aber wie lange ist länger, wie lange ist genug, damit man keinen Stress hat und allen gerecht wird? Bleibt man “zu lange”, vernachlässigt man dann nicht sein anderes, sein neues Leben. Gratwanderungen…

Und dann stelle ich Dinge hinten an, die meinem Körper und meinem Geist schnell fehlen – Sport, Yoga, Lesen und Schreiben. Aber Abstriche machen muss ja jeder. Den Mittelweg finden auch. Und natürlich Familie, Freude, Arbeit und seine Bedürfnisse unter einen (am liebsten Sonnen)Hut bringen.

Ich habe ein wenig ratlos Europa verlassen. Aber nicht weil ich zweifele, nicht weil ich bereue, nicht weil ich nicht weiß, was richtig oder auch nur richtiger ist – nein: weil ich immer noch viel lernen muss, sogar als nicht mehr ganz so junger Padawan…

Wer sich selbst erkennt, ist weise.

Wer sich selbst besiegt, ist stark.

Wer zufrieden ist, ist reich.

Wer seine Mitte nicht verliert, ist unüberwindlich. (Lao’tse)