nats/ August 11, 2019/ eastside stories

Die Cousine meiner Oma ist in Stiniva geboren. Was für ein traumhafter Ort, das Licht der Welt zu erblicken. Diese kleine, nur schwer zugängliche Bucht ist eines DER Naturwunder auf Vis, ja in ganz Dalmatien. Von der See kommend ist es ein klein wenig ein Sesam-öffne-dich- Erlebnis. Da ist eine Felsspalte, hinter der sich eine kleine Bucht auftut, welche wiederum umrandet ist von einer Art natürlichem Fels-Amphitheater. Wunderhübsch.

Im Sommer ist diese kleine, einzigartige Bucht eine beliebte touristische Anlaufstelle, dutzende Boote, wenn nicht gar hundert kommen täglich – die verschifften Menschen wollen gucken, sich sonnen und schwimmen. Sie kommen aus Split oder von der belebten Nachbarinsel Hvar und natürlich auch hier von Vis. Sie kommen und sie staunen.

Erstaunlich ist es dabei wiederum nicht, dass es schlichtweg überfüllt ist – jedoch nicht wegen Überfüllung geschlossen wird. Es nimmt schon einiges von dem Flair. Wenn man, wie wir auch schon mal, in der Nebensaison oder gar Winterzeit hier ist, dann triff man dort auf keine Menschenseele, sondern auf atemberaubende Stille und einfach nur Natur… (obere Fotos)

Nun haben wir mal die Gunst einer sommerlichen Stunde an einem Tag mit wildem Seegang nutzen wollen und beschlossen in die Bucht zu wandern. Von Land ist Stiniva nämlich ebenfalls – wenn auch beschwerlich – zugänglich. Diesen alten, gerölligen Pfad haben schon meine Oma und ihre Cousine bewandert, wenn es die Familie dort unten zu besuchen galt.

Wohnen tut dort allerdings schon seit Jahrzehnten niemand mehr, nach dem Tod meines Ururgroßonkels verließ die Familie die Bucht. Heute hat ein Enkel des damaligen Erbauers eines der kleinen, verlassenen Steinhäuschen zum Bar-Restaurant umgebaut und bewirtet im Sommer die Besucher.

Wir hatten bei unserer grandiosen Idee – dass es ja wetterbedingt ohne all die Boote sicher leer ist in der beliebten Bucht – nicht so ein Glück, denn es scheinen viele Touristen auch eine aufregende Wanderung zu diesem außergewöhnlichen Ziel nicht zu scheuen. Die Naturschönheit war somit gut besucht, lümmelnde sowie stetig von den Klippen rundum herab springende Menschen machten den Aufenthalt unruhig. (untere Fotos)

Dennoch war es ein tolles Erlebnis den unbefestigten Weg hinunter zu gehen und noch spannender ihn wieder zu finden sowie hinauf zu kraxeln. Dabei hatten wir sogar an festes Schuhwerk gedacht und unsere Sicherheits-Flippflopps mal daheim gelassen… 😉